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Orthopädisches Referenzschreiben – vollständiger Wortlaut
MEDIZINICUM Hamburg
Orthopädisches Referenzschreiben für die tägliche Nutzung des MOBIBALLs
Nachfolgend steht die Textfassung des oben abgebildeten Originaldokuments. Offensichtliche Texterkennungsfehler wurden für die Lesbarkeit berichtigt. Es handelt sich um eine ärztliche Einschätzung, nicht um eine klinische Wirksamkeitsstudie. Die medizinischen Aussagen sind dem Verfasser zugeordnet.
Nach Angaben des Robert Koch Institutes leiden etwa 25% aller Frauen sowie 17 % aller Männer in Deutschland an chronisch zu bezeichnenden Rückenschmerzen. Schmerzen des Bewegungsapparates, wobei die Wirbelsäule die bei weitem am häufigsten betroffene Region ist, sind verantwortlich für die meiste Anzahl an krankheitsbedingten Arbeitsausfällen. Die am meisten aufgeführte Begründung für Rehabilitationsbehandlungen sind ebenfalls vertebragene Beschwerden.
Die Gründe hierfür sind multifaktoriell. Ein wesentlicher Grund ist jedoch sicher die Arbeitssituation, die sich in den letzten Jahren stark verändert hat. Durch die rasante Entwicklung im Bereich der IT erfolgen inzwischen immer mehr Arbeitsabläufe rein computerisiert, was erhebliche Auswirkungen auf die beruflichen und privaten Alltagsaktivitäten zur Folge hat.
In den meisten Berufen wird der überwiegende Teil des Arbeitstages inzwischen in einer sitzenden Position verbracht. Dies bedeutet eine langanhaltende, monotone Belastung des Bewegungsapparates, bei gleichzeitig stark reduzierter mechanischer Bewegung. Auch wenn das Bewusstsein für eine korrekte Sitzhaltung häufig vorhanden ist, kann diese in der Regel nicht über einen längeren Zeitraum eingehalten werden. Im Alltag bedeutet dies eine Dorsalverkippung des Beckens, eine Aufhebung der Lendenlordose, eine thorakale Hyperkyphose sowie eine zervikale Hyperlordose. Durch die auf dem Schreibtisch aufgestützten Ellenbogen kommt es zudem zwangsläufig zu einer Proximalisierung der beiden Oberarmköpfe im Schultergelenk.
In Bezug auf die o.g. Problematik der Rückenbeschwerden hat dies sowohl funktionelle als auch strukturelle Konsequenzen. Durch die monotone Belastung kommt es funktionell betrachtet zur Entstehung von muskulären Dysbalancen, zu einer Fehlbelastung der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) sowie der Bandscheiben. Die direkten Folgen sind muskuläre Schmerzen und Verkürzungen (Kontrakturen), Gelenkschmerzen und sogenannte discogene (von den Bandscheiben herrührende) Schmerzen. Da die Faszien, sowohl mit anatomisch entfernten Muskelgruppen und Gelenken als auch den Organen des Bauchraumes in Verbindung stehen, kommt es durch diese Fehlbelastung zu weiteren pathologischen Veränderungen.
Typische Beispiele hierfür sind Sehnenansatzreizungen (Tennis-/Golferarm), Impingement-Syndrome (Engpasssyndrome) im Bereich der Schulter- und Hüftgelenke, aber auch Verdauungsprobleme durch die eingeschränkte Darmbewegung sowie Atemprobleme: letztere insbesondere als Folge von Blockaden im Bereich der Rippen-Wirbelgelenke.
Weiterhin ergeben sich auch strukturelle, je nach Ausprägungsgrad auch in der radiologischen Diagnostik darstellbare, Veränderungen. Bandscheiben haben keine eigenen Blutgefäße und können daher nicht über das Blut ernährt werden. Für die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit und Nährstoffen benötigen die Bandscheiben einen Prozess der Diffusion und Perfusion; sind also auf einen Wechsel von Druck- und Entlastung angewiesen. Fehlt dieser, kommt es zu einer Mangelversorgung und im weiteren Verlauf zu einer Degeneration (Verschleiß). Dies äußert sich zunächst in einem in der MRT darstellbaren Verlust von Flüssigkeit in der Bandscheibe, im weiteren Verlauf dann zu einer Volumensreduktion der Bandscheibe. Die Folgen sind ein Spannungsverlust der Bänder, die die Wirbelkörper untereinander stabilisieren, wodurch es zu einer (Mikro-)Instabilität zwischen den Wirbeln kommt. Am Ende resultiert aus dieser Instabilität eine vermehrte Belastung der Zwischenwirbelgelenke (Facettengelenke) und durch diese Überlastung ein Verschleiß dieser Gelenke (Arthrose).
Durch die Verwendung des MOBIBALLs kann auf eine sehr einfache, aber sehr effektive Art dieser Problematik entgegengewirkt werden. Fixiert an der Sitzlehne kommt es zwangsläufig bei jedem Zurücklehnen zu einer Mobilisation der Wirbelgelenke, einer Bewegung im Wirbelsegment und damit zu einer mechanischen Druckveränderung im Bereich der Bandscheiben. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase wird dies als ausgesprochen angenehm empfunden, wodurch der MOBIBALL tatsächlich zu einer aktiven Aufrichtung/Mobilisation der Wirbelsäule motiviert.
Aus orthopädischer Sicht kann die Verwendung des MOBIBALLs daher uneingeschränkt empfohlen werden.
Dr. med. T. Kokenge
Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie
MEDIZINICUM Gruppe
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