Empfehlungsschreiben – Zahnärztliche Stellungnahme zur Anwendung des Mobiballs bei funktionellen Kieferbeschwerden (CMD)
Facharzt für Zahnmedizin / Funktionsdiagnostik
Als Facharzt für Zahnmedizin mit Spezialisierung auf craniomandibuläre Dysfunktionen (CMD) sehe ich täglich Patienten, deren Beschwerden – wie Kieferknacken, eingeschränkte Mundöffnung, Zahnabrieb, Tinnitus, Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel oder Nackenverspannungen – häufig auf eine funktionelle Bissfehlstellung zurückzuführen sind. Eine wesentliche Ursache dieser Fehlstellungen liegt in der Körperhaltung begründet, insbesondere in einer chronisch nach vorne orientierten Oberkörperhaltung, wie sie durch unsere moderne Lebensweise mit Bildschirmarbeit und sitzenden Tätigkeiten begünstigt wird.
Durch die permanente Beugung der Brustwirbelsäule kommt es zu einer nach vorne verlagerten Position des Kopfes (Translation), wodurch sich die Kontaktverhältnisse der Zähne – insbesondere der Backenzähne – verändern. Kommt es wiederholt oder dauerhaft zu unphysiologischen Backenzahnkontakten, interpretiert das Nervensystem dies als “Kaureiz”, was eine erhöhte Aktivität der Kaumuskulatur (v.a. M. masseter und M. temporalis) auslöst. In Stresssituationen verstärkt sich dieser Reflex, was zu einer chronischen Überbeanspruchung der Mundschließmuskulatur führen kann – mit all den bekannten Folgen einer CMD.
Genau hier setzt der Mobiball an:
Dieses einfache, innovative Tool zur Haltungsunterstützung kann an nahezu jeder Rückenlehne befestigt werden – sei es im Büro, Auto, Zug oder Homeoffice. Durch das Anlehnen an den Mobiball wird eine automatische, physiologische Aufrichtung der Brustwirbelsäule initiiert. Diese Haltungskorrektur führt zu einer rückverlagerten Kopfposition, wodurch sich die muskuläre Spannung im Nacken-Kieferbereich reduziert. Gleichzeitig verändert sich die Okklusion: Der Backenzahnkontakt wird verringert, die Lastverteilung verschiebt sich in Richtung Front- und Eckzahnkontakt – ein wichtiger Schlüssel zur Entlastung des Kausystems.
Die Praxis zeigt: Patienten mit funktionellen CMD-Symptomatiken profitieren von dieser passiven Haltungsregulation. Sie berichten über eine spürbare Entspannung der Kiefermuskulatur, weniger Knirschen, verminderten Druck auf den Zähnen und eine generelle Reduktion von Kopf-, Nacken- und Kieferschmerzen. In Kombination mit einer individuell angepassten Zahnschiene für die Nacht kann der Mobiball als tagsüber einsetzbares Hilfsmittel die Effektivität der CMD-Therapie erheblich steigern.
Fazit aus zahnmedizinischer Sicht:
Zur Entlastung der Mundschließmuskulatur – insbesondere M. masseter und M. temporalis – und zur Reduktion von Abrasionen sowie funktionellen CMD-Beschwerden ist neben der nächtlichen Zahnschiene eine konsequente Haltungskorrektur essenziell. Der Mobiball bietet eine niederschwellige, alltagstaugliche und sofort wirksame Möglichkeit, diese Haltungskorrektur im Alltag ohne zusätzlichen Trainings- oder Motivationsaufwand umzusetzen.
Ich empfehle daher die Anwendung des Mobiballs ausdrücklich für Patienten mit Kieferbeschwerden, stressbedingtem Pressen/Knirschen, Bissfehlstellungen sowie allen Symptomen im Kopf-, Kiefer- und Gesichtsbereich, die auf eine funktionelle Fehlbelastung des Kauapparates zurückzuführen sind.
Dr. med. dent. A. Lighvani
Fachzahnarzt für Zahnmedizin / Funktionsdiagnostik
Kroogblöcke 40, 22119 Hamburg/Germany
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