Der Biss beginnt im Rücken!

Der Biss beginnt im Rücken!

Von Ehsan Sazegar-Kühl

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Inhalt

    Interdisziplinärer Ansatz in der CMD-Therapie: Der Biss beginnt im Rücken


    Ganzheitliche CMD-Behandlung neu gedacht – interdisziplinäre Studie mit mobiball und Nachtschiene

    Ein gemeinsames Projekt zur Untersuchung von craniomandibulären Dysfunktionen (CMD) kündigt sich an: Der Dozent für Integrative Therapie, Osteopathie, Physiotherapie und Chiropraktik, Ehsan Sazegar-Kühl | MSc OMT (www.orthologicum.de), startet gemeinsam mit dem spezialisierten Zahnarzt für Funktionsdiagnostik Dr. med. dent. Frank Laumann (www.zahnarzt-wandsbek-markt.de) eine geplante Studie zur ganzheitlichen Therapie bei CMD-Beschwerden.


    CMD: Wenn der Biss aus dem Gleichgewicht gerät

    CMD ist weit mehr als „nur“ ein Problem mit dem Kiefergelenk. Viele Patienten klagen über Symptome wie Tinnitus, Schwindel, Kopfschmerzen, Migräne, Nackenschmerzen, Schulter-Nacken-Verspannungen, Herzrasen, vegetative Dysregulationen oder Gesichtsschmerzen. Die Ursache: Eine gestörte Bisslage – häufig gekoppelt mit Fehlhaltungen und muskulären Dysbalancen im gesamten Körper.


    Der fehlende Baustein in der Schienentherapie

    Standardmäßig erhalten CMD-Patienten eine individuell angepasste Nachtschiene. Doch gerade die Tagesschiene, die zur Stabilisierung der Bisslage im Alltag beitragen könnte, wird nur selten getragen – aus praktischen Gründen: Sie stört beim Sprechen, Schlucken, Essen und wird deshalb häufig weggelassen. Die Folge: Die Kiefermuskulatur bleibt tagsüber unversorgt und wird ständig zwischen korrigierter und unkorrigierter Bisslage hin- und hergerissen. Dies verhindert die muskuläre Adaptation und verlängert oder blockiert sogar die Heilung.


    Die Idee: Haltung beeinflusst den Biss – und der mobiball optimiert sie

    Hier setzt die neue Studie an: Der mobiball, ein einfaches, aber effektives Haltungstool, das die Brustwirbelsäule sanft aufrichtet, soll bei der Bissabformung untersucht werden. Während der Zahnarzt die Abdrücke nimmt und die Bisslage digital erfasst, sitzt der Patient aktiv auf dem mobiball – exakt positioniert auf dem Scheitelpunkt der Kyphose der Brustwirbelsäule. Diese Haltung sorgt für eine maximal aufgerichtete Wirbelsäule, wodurch die Kieferstellung automatisch stabiler, symmetrischer und entlasteter wird.


    Das Ziel: Eine Nacht-Schiene, die zum aufgerichteten Körper passt

    In dieser optimierten Haltungs- und Muskelbalance wird die Nachtschiene angepasst. Das Resultat: Weniger Frühkontakte, reduzierte Kaureize – und dadurch eine erhebliche Entlastung der Kiefermuskulatur, insbesondere nachts. Tagsüber ersetzt der mobiball als Haltungstrainer die Tagesschiene: Durch seine Wirkung auf die Wirbelsäule und den ganzen Haltungstonus wird der Kiefer indirekt entlastet, ohne dass eine störende Schiene getragen werden muss.


    Ziel der geplanten Studie

    Ziel der geplanten Studie ist es, nachzuweisen, dass diese Kombination – Bissabformung unter aufgerichteter Haltung mit mobiball und angepasster Nachtschiene – eine signifikante Besserung verschiedenster CMD-Symptome bringt. Auch und gerade bei komplexen Fällen mit vegetativen Beschwerden, Gesichtsschmerzen, Tinnitus oder Schwindel.

    Fazit:

    Diese ganzheitliche Verbindung von Haltung und Biss stellt einen innovativen Meilenstein in der CMD-Therapie dar. Sie bietet nicht nur eine funktionell verbesserte Schienentherapie, sondern auch ein praktikables Tool zur täglichen Selbstanwendung. Eine Therapie, die im Sitzen wirkt – ganz im Sinne des Alltags der Patient:innen.

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